CoResolve und Lewis Deep Democracy
Wer sich nicht gerne mit Spannungen, Konflikten, Paradoxien und Ungewissheit herumschlägt, sollte nicht in einer Organisation arbeiten. Denn die sind voll davon. Organisationen sind um Konflikte gebaut. Wer in Organisationen auf die Harmonie hofft, wird zwangsläufig enttäuscht werden.
Vielleicht ist das ein Grund, warum sich viele hormonieliebende Menschen alleine als Berater:in selbständig machen (um dann festzustellen dass sie sich mit den Spannungen, Konflikten, Paradoxien und Ungewissheiten ihrer Kunden beschäftigen müssen – Spencer Brown nannte das «Reentry).
Eine aussichtsreichere Strategie ist somit, sich fit zu machen im Navigieren auf unsicherem Terrain. Das ist eine Grundvoraussetzung für gelingende Moderation, Facilitation oder Beratung.
Die Ursprünge
Eine sehr wirksame Möglichkeit, sich für den Umgang mit Konflikten fit zu machen, sind die beiden Moderationsmethoden Lewis Deep Democracy und CoResolve. Sie wurden von den beiden Psychoog*innen Myrna und Greg Lewis in den 1990er-Jahren in Südafrika, nach dem Ende der Apartheid entwickelt. Heute werden sie in vielen Ländern angewendet.
Wozu dienen CoResolve und Lewis Deep Democracy
Wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, kommt es häufig zu Konflikten. Zwar kann eine Entscheidung durch Zwang durchgesetzt werden. Das geht schnell, hat jedoch den Nachteil, dass sie nicht von allen getragen wird. In der Umsetzung stösst man auf Widerstand.
Hier setzen CoResolve und Lewis Deep Democracy an. Sie ermöglichen es, Entscheidungsprozesse partizipativ zu gestalten, Konflikte zu bearbeiten und mit Widerstand umzugehen. In der klassischen Demokratie werden Minderheit oft übergangen. Deep Democracy bindet die Stimmen von Minderheiten mit ein:
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Jede Stimme zählt: Man geht davon aus, dass in jeder abweichenden Meinung («Minderheitenstimme») ein Stück Weisheit oder Information steckt, das für das gesamte Team wertvoll ist.
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Tiefe: Die Methode heißt «tief», weil sie über rein rationale Argumente hinausgeht und auch Emotionen, Werte und unbewusste Gruppendynamiken („unter der Wasserlinie“) einbezieht.
Indem alle Beteiligten Teil der Entscheidung sind, werden die Entscheidungen auch von allen getragen und umgesetzt.
Als Moderator*innen mit CoResolve und Deep-Democracy arbeiten
Mit dem Fokus, das Bewusstsein sowohl auf individuelles Verhalten als auch auf das Potenzial der Gruppe zu lenken, gibt CoResolve Moderatorinnen und Moderatoren eine Reihe wirksamer Tools in die Hand, um das kreative Potenzial der Meinungsvielfalt einer Gruppe und die daraus entstehenden Spannungen und Konflikte zu nutzen, neue Perspektiven zu gewinnen und gemeinsamen Entscheidungen mehr Tragfähigkeit zu verleihen.
In unserem Seminar greifen wir auf die bewährten und wirkungsvollen Methoden von Lewis Deep Democracy zurück. Moderator*inne bekommen Tools wie «Der Streit» und «Verstärkung» an die Hand, um wirksam mit Konflikten umgehen zu können.
Christiane Leiste und Andreas Bertram bei der Leitung unseres Seminars zu CoResolve und Deep Democracy