Präsenz und Wirksamkeit in Konflikten

Von Reto Kessler
Wer als Coach, Berater*innen oder Führungspersonen andere im Umgang mit Konflikten berät, sollte die eigenen Konfliktmuster kennen und reflektieren können. So entsteht die Freiheit zu entscheiden, wie man agieren möchte.
Wirksamkeit in Konflikten

Kann man die eigene Wirksamkeit in Konflikten erhöhen?

In unserem letzten Beitrag zu Konflikt ging es darum, dass Menschen ständig Konflikte haben, obwohl sie keiner mag. Für Beratende wie auch für Führungspersonen bedeutet das: Sie müssen gut im Umgang mit Konflikten werden – und zwar mit den eigenen und denen ihrer Klienten, Teams und Mitarbeitenden.
Gut mit Konflikten umgehen zu können bedeutet, nicht auf ein Muster festgelegt zu sein. Es bedeutet frei zu sein zu entscheiden, wie man im Konflikt agieren möchte.

Konflikte erzeugen Muster

Konflikte sind gut darin, sich mit unseren biografischen Erfahrungen, unseren eigenen Grundhaltungen und Werten zu verknüpfen. Zentral für die eigene Wirksamkeit und Handlungssicherheit ist daher, eigene Muster zu kennen, sie zuverlässig wahrzunehmen, zu hinterfragen und zu verändern.
Wie das gelingt ist Thema in unserem Seminar «Präsenz und Wirksamkeit in Konflikten» mit Ursula Koenig und Stephan Scharfenberger. In diesem Seminar bearbeiten wir die genannten Aspekte nicht methodisch-konzeptuell, sondern mittels Selbstreflexion der eigenen Konfliktbiografie:
  • Was verführt uns in Konflikten?
  • Wann können wir nicht mehr loslassen?
  • Welche Muster, Sozialisationen und Glaubenssätze prägen diese Reaktionen?
  • Wie können wir spielerisch auf unsere Ressourcen zugreifen?
  • Und wie gelingt es, dass alle Beteiligten Leichtigkeit im Prozess erleben?
Wir erforschen gezielt, wie unsere Konfliktmuster unsere Kooperationsfähigkeit und Verbundenheit beeinflussen. Dies ist Grundlage für eine offenere und allparteilichere Perspektive auf Systeme und für die produktive Begleitung von konflikthaften Situationen.
Die Methoden zur Selbstreflexion der eigenen Wirksamkeit in Konflikten können in den Führungs- und Beratungskontext übertragen werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Konfliktbiografie und -sozialisation stärkt professionelles Handeln und erweitert das persönliche Spektrum an Interventionen für sich selbst und für andere.