Metatheorie der Veränderung
Von Reto Kessler
Um Organisationen wirksam zu verändern, muss man sie spezifisch beobachten und beschreiben können. Rezepte und Best-Practices können das nicht leisten. Die Metatheorie der Veränderung analysiert Theorien dafür und gibt Beraterinnen und Berater das Rüstzeug und Orientierung für ihre Arbeit.
Sowohl Berater*innen wie Führungspersonen werden nicht müde zu betonen, dass Organisationen komplexe Gebilde sind. Das hat vermutlich eine Entlastungsfunktion: Was komplex ist, lässt sich nicht zielgerichtet steuern. Somit fühlt man sich weniger schuldig, wenn es nicht so läuft, wie man sich das wünscht.
Organisationen sind nicht rezeptfähig
Erstaunlich sind allerdings die vielfältigen Versuche, diese Komplexität in Organisationen doch irgendwie mit den neuesten Rezepten, Konzepten und Best-Practices zu reduzieren. Für den Moment mag das eine gewisse Klarheit geben («So läuft das jetzt!»). Doch man wundert sich, dass die eine Organisation mit Framework X total erfolgreich wurde, andere jedoch nicht, dass «flache Hierarchien» hier funktionieren und dort nicht oder dass das, was vor drei Jahren «die Lösung» war, plötzlich zum Problem wird. Wie kann das sein?
Der Versuch, Mehrdeutigkeit, Ungewissheit und Unsicherheit in komplexen Systemen durch einfache Konzepte zu eliminieren, ist zum Scheitern verurteilt. Sicherheit kann hier nur durch sicheren Umgang mit Unsicherheit gelingen. Dafür braucht es eine differenzierte Sicht auf Organisation und deren Veränderung.
Die Metatheorie der Veränderung: Beschreiben was ist und was Alternativen sind
Die sog. Metatheorie der Veränderung von Klaus Eidenschink ermöglicht diese differenzierte Sicht auf Prozesse des Organisierens. Sie erlaubt es:
- Die spezifische Dynamik einer Organisation in ihrem Kontext zu beobachten und zu beschreiben
- Alternative Freiheitsgrade sichtbar und damit zugänglich zu machen.
Beides sind Voraussetzungen für Veränderungen von komplexen Systemen.
Einführung in die Metatheorie der Veränderung
Am 9. + 10.12.2026 gibt Klaus Eidenschink in «Organisation was ist das?» eine Einführung in die Metatheorie der Veränderung mit Fokus auf Organisationsdynamik und mit Impulsen zum Praxistransfer von Andrea Capol.
Was es zu gewinnen gibt
Die Auseinandersetzung mit metatheoretischen Überlegungen ist zugegebenermassen anspruchsvoll. Aber es gibt viel zu gewinnen!
- In der fundierten Auseinandersetzung mit verbreiteten Denkgewohnheiten in Organisationen kommen viele mutmassliche Gewissheiten auf den Prüfstand.
- Typische Managementfehler sowie alltagsnahe Fehlschlüsse, die organisationale Entscheidungen prägen werden analysiert.
- Diese Perspektiven vertiefen das Verständnis für Steuerung, Verantwortung und Handlungsfähigkeit in komplexen organisationalen Zusammenhängen.
Die Weiterbildung richtet sich an Coaches, Berater*innen, Personalentwickler*innen und Führungskräfte, die Organisationen verstehen und ihr eigenes Handeln theoretisch fundieren und Sicherheit im Umgang mit Unsicherheit gewinnen wollen.