Impulse für eine machtkritische Praxis
Wir sind besorgt: gesellschaftliche Ungleichheiten und diskriminierende Strukturen sind nicht überwunden, im Gegenteil: sie sind erneut auf dem Vormarsch. Rechtspopulistische Bewegungen gewinnen an Macht, patriarchale und rassistische Verhaltensweisen werden von politischen Akteur:innen offen vorgelebt, soziale Errungenschaften stehen unter Druck. Die Entwicklungen der letzten Jahre machen deutlich, dass wir gefordert sind.
Das isi bildet Berater:innen und Führungskräfte aus und weiter – Menschen, die andere begleiten, Organisationen gestalten und Entscheidungen prägen. Wer in solchen Rollen wirksam und reflektiert handeln will, braucht die Fähigkeit, Macht- und Ungleichheitsdynamiken wahrzunehmen, zu reflektieren und Spannungen auszuhalten: in Organisationen, in Beziehungen und in der eigenen Positionierung – auch weil wir oft selbst Teil von Dynamiken und Mustern werden, die wir eigentlich verändern wollen.
Auch wir als Ausbildungsinstitution sind Teil dieser Dynamiken und stellen uns der Frage, wie wir unsere eigene Praxis kritisch reflektieren und weiterentwickeln können. Das gilt für unsere beraterische Arbeit, aber auch andere Situationen: Wir haben zum Beispiel in der letztjährigen Tagung «Connecting the Dots» Dynamiken erlebt, die wir nicht gut halten und bearbeiten konnten. Die Erfahrung selbst war dennoch wichtig und hat uns angeregt, dranzubleiben.
Gleichzeitig stellt uns die Komplexität dieser Themen vor ein strukturelles Dilemma: Je differenzierter wir denken, desto schwieriger wird es manchmal, tragfähige Koalitionen zu bilden: Wie bleiben wir intern präzise und respektvoll – und nach aussen wirksam und anschlussfähig? Wir haben die Erfahrung gemacht, dass nicht alle gut gemeinten Initiativen wirklich gut gelingen. Es braucht spezifisches Knowhow – und die Bereitschaft, unbequeme Fragen auch an sich selbst zu stellen. Die Gegenwart fordert uns auf, neue Kompetenzen aufzubauen und stetig dazuzulernen.
Diese Veranstaltungsreihe schafft Raum für Dialog zu diesen Themen. Wir wollen vertraute Annahmen und professionelle Routinen hinterfragen und gemeinsam versuchen, die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen, einiges zu verlernen und Neues entstehen zu lassen. Unsere Kollegin Adriana Burgstaller unterstützt und begleitet uns bei Konzeption und Umsetzung.
Den Auftakt machen wir mit zwei Abenden zum Thema Macht mit Kawira Nyaga (in englisch), danach folgt eine Reihe von Vertiefungsveranstaltungen und Impulsen.
Start with Power
As consultants, coaches, facilitators, and people who accompany others, we are interacting with power every day. The kinds of power we carry quietly shape what we notice, how we relate, and how our interventions land in our work and in our everyday relationships.
These two sessions offer one way of looking at power: an invitation to find language for the different powers we carry, to notice where we may be underusing or overusing them, and to explore what happens when our power meets the power of others. It is not a complete map of power, but a reflective space to bring more awareness to the powers we have and how they shape our relationships and the systems we work in.
Session 1: Powers We Carry
29.9.2026, 18:30–21:00, online
A space to notice and name different kinds of power we hold, often without realizing it, and to reflect on where we lean on some powers and neglect others.
Kosten: CHF 90
-> Anmeldung über separate Ausschreibung
Session 2: Power Between Us
17.11.2026, 18:30–21:00, Präsenzveranstaltung am isi Zürich
A space to explore power as a feeling in interaction: how we sense our own power, how others may experience us differently, and the gap between our intentions and our impact.
Kosten: CHF 160
-> Anmeldung über diese Ausschreibung
Inspiration
Connecting the dots: Gerechter Denken – reflektierter Handeln
Freie Plätze
18:30 - 21:00
institut für systemische impulse, entwicklung und führung gmbh
Hornbachstrasse 50
8008 Zürich, 3. Stock (Demetrio), Raum «Don Marcello»
CHF 160
Leitung:
Weitere Termine:
Di 29.09.2026
Freie Plätze